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Indien als Tourist mit begrenztem Gesundheitsrisiko bereisen

Viele träumen von einer Indien-Reise. Schrecken jedoch wegen potentieller Sicherheitsprobleme und Gesundheitsrisiken davor zurück. Zumindest die Gesundheitsrisiken können mit guter Planung und Vorbereitung reduziert werden. Das beginnt schon mit der Auswahl des richtigen Reisezeitpunkts, da die beste Reisezeit für Indien-Touristen sich nach von der jährlichen Monsun-Saison richtet. Wenn diese abgeklungen ist, der Regen zunehmend durch die Sonne verdrängt wird und die Wassermassen sich verzogen haben, steht einer spannenden Tour durch das beeindruckende Land wenig entgegen. Die optimale Reisezeit für den Norden des Landes ist dementsprechend in unserem Herbst und Winter. Soll die Reise in den Süden Indiens gehen, ist der Winter als Reisezeit zu bevorzugen. Probleme gibt es in diesem Jahr in Teilen Südindiens nach einem überaus starken Monsun und der damit verbundenen Jahrhundertflut.

Typhusausbruch in Südindien nach Jahrhundertflut

Die indischen Gesundheitsbehörden berichten von einzelnen Typhus-Ausbrüchen im südindischen Bundesstaat Kerala. Deshalb rät das deutsche Centrum für Reisemedizin (CRM) allen Reisenden mit Ziel Südindien vor Reiseantritt zu einer Typhus-Impfung. Da die Schutzrate des Typhus-Impfstoffs bei nur maximal 70% liegt, sollten auch geimpfte Reisende strenge Hygieneregeln einhalten und nur original verpacktes Flaschenwasser trinken und die Reiseregel „peel it, cook it or leave it“ beachten.

Reisehinweise des Auswärtigen Amtes in Berlin beachten

Der indische Subkontinent ist ethnisch und kulturell sehr vielfältig. Leider bedingt das auch einige Gefahren, die zusätzlich zur allgemeinen Kriminalität beachtet werden sollten. Diesbezügliche detaillierte Hinweise und Reisewarnungen stellt das Auswärtige Amt auf seiner Homepage zur Verfügung.

Indien ist aus gesundheitlicher Sicht allein schon wegen der riesigen Ausmaße des Landes über verschiedene Klimazonen ziemlich heterogen. Deshalb ist es ratsam, sich vor Reiseantritt über die gesundheitlichen Gegebenheiten in der Zielregion vertraut zu machen. Da große Teile Indiens in subtropischen und tropischen Klimazonen liegen, ist mit entsprechenden Gesundheitsrisiken zu rechnen, denen jedoch durch Information, Vorsicht und Impfung vorgebeugt werden kann. Tagesaktuelle Hinweise und Empfehlungen dazu bieten neben der Seite des Auswärtigen Amtes, die Homepages des Centrums für Reisemedizin und des Robert-Koch-Institutes. Wie bei allen Reisen in die Tropen, sollte durch Hygienemängel verursachten Infektionskrankheiten und solchen, die durch Mücken übertragen werden, besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Impfschutz aktualisieren

Vor Reiseantritt ist es ratsam, einen Blick auf den Impfpass zu werfen und eventuell bestehende Impflücken rechtzeitig zu schließen. Für Erwachsene sollte Impfschutz bestehen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung, sowie auch gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR), Grippe und Pneumokokken. Als zusätzliche Reiseimpfungen sind empfehlenswert: Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Encephalitis. Im Einzelfall und bei längeren Aufenthalten im Land, empfiehlt sich eine reisemedizinische Beratung einzuholen. Das gilt auch und besonders für mitreisende Kinder. Einige Tropen- und Reisemediziner bieten die Impfberatung auch als Online-Service an. Pflichtimpfungen bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen nicht.

  • Durchfallerkrankungen und Cholera

    In weiten Teilen Indiens hat das Leitungswasser keine Trinkwasserqualität. Auch nicht in Städten. Entsprechend hoch ist das Durchfallrisiko und die Gefahr von infektiösen Darmerkrankungen, die durch Bakterien, Amöben, Einzellern und Würmern verursacht werden können. Auch treten immer wieder einzelne Fälle von Cholera auf. Schutz vor diesen Infektionen bieten Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, die verhindern, dass verunreinigtes Wasser oder infizierte Lebensmittel aufgenommen werden. Dazu gehört es, ausschließlich Flaschenwasser zum Trinken, Zähneputzen und Waschen von Lebensmitteln zu benutzen. Ebenso ist auf eine ausreichende Körperhygiene einschließlich Händedesinfektion zu achten. Mit diesen Maßnahmen kann die Wahrscheinlichkeit von Darminfektionen deutlich gesenkt werden. Spezielle Impfungen gegen Cholera werden derzeit vom Auswärtigen Amt nicht empfohlen. Weitergehende Informationen, auch zur Reiseregel „cook it, peel it or leave it“ liefert der reisemedizinische Infodienst des Tropeninstituts München auf seiner Seite www.fitfortravel.de.

    Wie in anderen Ländern mit tropischem und subtropischem Klima auch, bergen durch Mücken übertragbare Infektionen ein besonderes Gesundheitsrisiko für Touristen. Den besten Schutz gegen solche Infektionen bieten Information, Expositionsprophylaxe, Prophylaxe mit Medikamenten sowie Impfungen, da wo verfügbar. Das Auswärtige Amt stellt auf seiner Homepage allen Interessierten ein Informationsblatt zur Expositionsprophylaxe zur Verfügung. Darin werden die wichtigsten Prophylaxe-Maßnahmen, bestehend aus Mückenschutz mit Repellents für alle freie Hautstellen, helle körperbedeckende Kleidung und im Bedarfsfall imprägnierte Moskitonetze ausführlich beschrieben. In Indien muss mit Übertragungen durch tagaktive wie auch nachtaktive Mücken gerechnet werden.

  • Malaria

    Mit Malaria ist auf dem indischen Subkontinent ganzjährig in Flachlandlagen unter 1.500 Metern zu rechnen, auch in Städten wie Mumbai und Delhi. Besonders hoch ist das Risiko während oder kurz nach der Regenzeit. Die Krankheit wird durch nachtaktive Anopheles-Stechmücken übertragen. Bei etwa der Hälfte der auftretenden Fälle handelt es sich um die gefährliche Malaria tropica, die durch Plasmodium falciparum verursacht wird. Touristen können sich effektiv vor Mückenstichen durch Expositionsprophylaxe schützen, also immer alle freien Hautareale mit Repellents einreiben, lange, helle Kleidung tragen und nachts unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen. Eine medikamentöse Prophylaxe kann nach reisemedizinischer Beratung sinnvoll sein.

  • Dengue-Fieber und Chikungunya

    Dengue-Fieber wie auch Chikungunya sind Virus-Infektionen, die durch tagaktive Stechmücken übertragen werden. Die Gelbfieber-Mücke Aedes aegypti kann neben Dengue und Chikungunya auch Zika und wie der deutsche Name nahelegt Gelbfieder übertragen. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist für die Übertragung von Chikungunya verantwortlich. Beide Infektionen kommen landesweit vor, auch in den Metropolen. Bisher stehen für beide Virus-Infektionen weder Impfung noch wirksame Medikamente zur Verfügung. Die einzig wirksame Vorsorgemaßnahme besteht aus konsequenter Expositionsprophylaxe auch tagsüber. Nützliche Informationen dazu bietet das Merkblatt „Expositionsprophylaxe“ des Auswärtigen Amtes.

  • Zika

    Indien wird von der WHO als mögliches Verbreitungsgebiet von Zika-Viren eingestuft. Das tückische Virus wird ebenfalls wie Dengue und Chikungunya durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Eine Zika-Infektion kann bei Schwangeren zu irreversiblen Hirnschädigungen des ungeborenen Kindes führen. Deshalb wird Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch davon abgeraten in Zika-Gebiete zu reisen. Dazu zählt auch Indien. Gegen das Zika-Virus gibt es weder eine Impfung noch eine wirksame medikamentöse Therapie. Eine tagsüber durchgeführte Expositionsprophylaxe kann das Infektionsrisiko senken. Nützliche Informationen zu Zika stellt das Auswärtige Amt in einem Merkblatt „Zika-Virus-Infektion“ zur Verfügung.

  • Japanische Encephalitis

    Die japanische Encephalitis ist eine Virus-Infektion, die von der nachtaktiven Stechmücke Culex vishnui von Haustieren auf den Menschen übertragen wird. Insgesamt ist das Infektionsrisiko in Indien eher gering, auf dem Lande während der Regenzeit aber gegeben. Etwa jede 10. Infektion kann zu einem schweren Verlauf mit Beteiligung des Gehirns führen. Eine ausreichende Expositionsprophylaxe gegen alle von Stechmücken übertragenden Virus-Infektionen bieten wirksamen Schutz. Eine vorbeugende Impfung mit zwei Spritzen im Abstand von vier Wochen ist möglich und kann nach reisemedizinischer Beratung erwogen werden. Wirksame Medikamente stehen nicht zur Verfügung.

    Gesundheitsgefahren gehen für Indien-Touristen auch von Infektionskrankheiten aus, die nicht über Mücken, sondern auf anderem Wege, wie etwa Tröpfcheninfektion oder Blutkontakt übertragen werden.

  • Tollwut

    In Indien besteht landesweit eine erhöhte Gefahr, sich mit Tollwut durch Hunde- oder Affenbisse zu infizieren. In der Regel verläuft die Infektion bei Ungeimpften tödlich. Alle Indienreisende, auch in Gruppen reisende Kulturtouristen, sollten sich daher vor Reiseantritt gegen Tollwut impfen lassen, da nur eine Impfung ausreichenden Schutz gegen Tollwut bietet. Ungeimpfte müssen nach einem Hunde- oder Affenbiss sofort einen Arzt aufsuchen, da nur eine schnell durchgeführte „Notimpfung“ den Ausbruch der tödlichen Infektion verhindern kann. Andere Maßnahmen mit Aussicht auf Heilungserfolg gibt es nicht. Es sollte beachtet werden, dass in Indien außerhalb der Großstädte nicht immer ein wirksamer Tollwutimpfstoff sofort zur Verfügung steht.

  • HIV/AIDS/Hepatitis B

    In den letzten Jahren nimmt die Anzahl der sexuell übertragenen Krankheiten in einigen Ländern der Welt wieder zu. Dazu gehört auch AIDS in Indien. Es ist besondere Vorsicht bei Sexualkontakten, Kontakten mit Blut, auch in offenen Wunden und bei Drogenmissbrauch geboten, um eine Infektion mit HIV/AIDS oder Hepatitis B zu verhindern. Diese Empfehlungen sind nicht spezifisch für Indien, sondern gelten grundsätzlich. Zum Schutz gegen Hepatitis B kann vor Reiseantritt eine Impfung durchgeführt werden.

  • Tuberkulose

    Die Tuberkulose stellt in Indien ein nicht unerhebliches medizinisches und soziales Problem dar. So ist die Zahl der Erkrankten deutlich höher als bei uns in Deutschland. Das gilt insbesondere für Infektionen mit multiresistenten Tuberkelbazillen. Menschen mit einer offenen Tuberkulose können die Krankheit durch Husten oder Niesen mittels Tröpfcheninfektion verbreiten.

Hinweis, Haftungsausschluss und weiterführende Links:

Dieser Artikel soll sensibilisieren und auf gesundheitliche Gefahren in Reiseländern aufmerksam machen. Er erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann keine reisemedizinische Beratung ersetzen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden.

CRM Centrum für Reisemedizin: https://www.crm.de/

Auswärtiges Amt: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit

Robert Koch Institut: http://www.rki.de

WHO – Welt Gesundheitsorganisation: http://www.who.int/emergencies/zika-virus/en/

Reisemedizinischer Infodienst des Tropeninstituts München: www.fitfortravel.de

Auswärtiges Amt: Merkblatt Expositionsprophylaxe

Auswärtiges Amt: Merkblatt Zika-Virus-Infektion