style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-2207504467467474"
data-ad-slot="3556382906"
data-ad-format="auto">

Fernflüge. Wie kommt man wirklich zum günstigsten Ticket?

Täglich kommen neue, noch billigere Flugtarife auf den Markt - und sie sind schwerlich zu übersehen. In sämtlichen Tageszeitungen und Magazinen, im Radio und auf Plakaten werben die Fluglinien eifrig mit ihren Sondermegawahnsinnstiefstpreisangeboten. Irgendwie kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit jeder Woche die Tickets immer billiger werden. Oberflächlich betrachtet liegt es somit auf der Hand, mit dem Kauf eines Flugtickets so lange als möglich zuzuwarten, um nicht der zu sein, dessen Nachbar im Flieger für das gleiche Ticket nur die Hälfte gezahlt hat. Weit gefehlt. Nur wem es im Prinzip egal ist, wohin, Hauptsache billig, der kann sich diese Vorgangsweise leisten. Und auch nur dann, wenn man sich auf den typischen Rennstrecken (London, Paris, New York bzw. Nordamerika generell) bewegen möchte. Auf ein Sonderangebot etwa nach Accra (Ghana) werden Sie dafür lange warten müssen.

Der letzte bleibt am Boden

Meistens wird man aber genau wissen, wo man gerne seinen nächsten Urlaub verbringen möchte - und auch wann. Und sobald Sie sich definitiv entschieden haben, sollten Sie schleunigst ein Reisebüro kontaktieren. Denn es ist noch immer so: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Vor allem, wenn Sie vorhaben, in der Hochsaison (Juli bis September oder um die Weihnachtszeit) unterwegs zu sein, kann es niemals zu früh sein. Selbst wenn die Tarife noch nicht publiziert sind - die Sommertarife (gültig von April bis Oktober) stehen im allgemeinen erst Ende Jänner fest, die Wintertarife meist schon Ende August -, lohnt es sich, bereits die Plätze zu reservieren. Versierte Reisebüros werden Sie nämlich auf mehrere Linien buchen, die erfahrungsgemäß die besten Tarife anbieten. Auch wenn es schon Preise gibt, können Sie sich auf mehrere Airlines einbuchen lassen. Das kostet nichts (erst mit Ausstellung des Tickets knapp vor Abreise wird alles fixiert), Sie sind sicher zur richtigen Reisezeit am richtigen Ort - und wenn die Preise dann purzeln, können Sie immer noch umschwenken.

Augen offenhalten!

Der Platz im Flieger ist Ihnen sicher, irgendwann wird Ihnen das Reisebüro den vorläufigen Ticketpreis sagen, die Urlaubsplanung kann zügig voranschreiten. Aber halten Sie Augen und Ohren offen. Je näher der Abflugstermin kommt, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sondertarife am Markt auftauchen. Entweder für die Airline, auf die Sie ohnehin schon gebucht sind, oder auf einer ganz anderen. Sobald Sie davon Wind bekommen, setzen Sie sich mit Ihrem Reisebüro in Verbindung. Machen Sie Ihren Betreuer treuherzig auf den gesunkenen Flugpreis aufmerksam, und fragen Sie, ob in der billigeren Kategorie für Ihr Flugdatum noch ein Plätzchen zu haben ist. Ist für diesen Sonderpreis tatsächlich noch ein Ticket zu haben, dann lassen Sie sich umbuchen -wenn nicht, lassen Sie sich für den günstigen Sondertarif auf die Warteliste setzen. Wird später etwas frei (und dafür stehen die Chancen gar nicht so schlecht), sind Sie automatisch zum Billigpreis dabei. Das gilt auch, wenn Sie erst buchen, nachdem die Superpreise publiziert wurden - nehmen Sie im Falle des Falles die teurere Klasse, und lassen Sie sich ebenfalls auf die Warteliste für den billigeren Preissetzen. Das ist der einzige sichere Weg zum Billigticket.

Versuchen Sie lieber nicht, die Reisebüros gegeneinander auszuspielen. Die Preise machen heutzutage in der Regel die Fluglinien. Bis auf wenige Hunderter Unterschied (Beratungsgebühr, Buchungsgebühr, Rabatt) bieten in Wahrheit alle die gleichen Preise. Versuchen Sie vielmehr, ein Reisebüro zu finden, das gute Flugspezialisten beschäftigt. Außerdem werden nur diese Büros von den Fluglinien unverzüglich mit den Infos versorgt - ein kleiner, aber oft entscheidender Informationsvorsprung. Denn was nützt es, vom billigsten Preis für ein Ticket zu hören, wenn die Flieger schon alle voll sind? Der Versuch, über verschiedene Reisebüros zum besten Preis zu kommen, kann außerdem fatale Folgen haben: Wer sich zweimal bei derselben Fluglinie auf derselben Maschine Plätze reservieren lässt (gilt auch für Codeshare-Flüge), riskiert, entdeckt zu werden und aus dem Reservierungssystem zu fliegen. Und zwar mit beiden Plätzen. Bitter.

Masse schlägt Klasse

Eine Alternative zum Linienflug kann es sein, einen Charterflug zu buchen. Besonders im Sommer ans Mittelmeer bzw. im Winter in die Karibik liegen die Preise für Charterflüge oft deutlich "unter Linie". Und im Charterflugzeug sind auch Fluggäste, die keine Unterkunft buchen, sehr willkommen. Besorgen Sie sich vor der Flugbuchung einen Katalog der gängigen Pauschalisten (z. B. Neckermann, TUI, Gulet), und suchen Sie selbst den für Sie günstigsten Flug heraus (diese Angebote firmieren oft unter Namen wie "Globetrotter-Angebot" oder so ähnlich) - dann können Sie im Reisebüro bei der Buchung gegebenenfalls darauf hinweisen (oder das Reisebüro wechseln, denn wenn man Sie dort nicht auf diese Variante aufmerksam macht, verdient man Ihr Vertrauen nicht). Wer sperrige Güter transportieren möchte - Surfbretter, Golfausrüstung, Fahrräder -, sollte sich zusätzlich nach den Frachtkosten erkundigen, meistens ist der Gütertransport auf der Linie wesentlich teurer als im Charter. Aber eben nicht immer.

Eine Frage des Datums

Sparen können Sie weiters, wenn Sie es schaffen, noch vor Beginn der Hochsaison abzufliegen. Ein, zwei Tage früher, und wertvolle Tausender bleiben Ihrer Urlaubskasse erhalten - der Gesamtpreis richtet sich im Normalfall nach der Saison, zu der Sie abfliegen (dementsprechend sind die Flieger um den 8. Dezember relativ rasch ausgebucht, denn danach beginnt die teure Saison). Wer mit Kindern verreisen möchte, muss anfangen, genau zu rechnen, denn die Kinderermäßigungen sind recht unterschiedlich. Während für Kids innerhalb Europas weitgehend der volle Preis fällig wird, gibt es auf der Langstrecke bis zu 50 Prozent Ermäßigung, immer häufiger findet man aber heutzutage die 33-Prozent-Reduktion. Ein billiger Tarif mit nur einem Drittel Kinderabschlag muss in Summe für alle Familienmitglieder nicht unbedingt die geringsten Gesamtkosten ergeben. Achtung: Auch Sonderkonditionen für Jugendliche oder Studenten müssen trotz ihres vielversprechenden Namens nicht besonders günstig sein: Der billigste Normaltarif kann durchaus unter dem ausgeschriebenen Jugendtarif liegen! Andererseits sind manche Studententarife für bestimmte Destinationen (besonders in Afrika) wirklich günstig. Sie sind aber bei fast allen Fluglinien an ein Alterslimit und prinzipiell an das Vorzeigen des Studenten- oder Lehrlingsausweises gebunden.

Grundsätzlich lohnt es sich allemal, nach Ermäßigungen zu fragen. Wussten Sie zum Beispiel, dass es sogar schon Seniorenermäßigungen für Flüge gibt?

Billig + teuer = teurer

Der billigste Langstreckenflug führt nicht unbedingt zum günstigsten Reisepreis. Wer in seinem Urlaubsland noch herumfliegen möchte, sollte sich unbedingt nach regionalen Airpässen erkundigen - die bieten bis zur Hälfte und mehr Ermäßigung auf lokale Flüge. Allerdings sind sie oft an die Anreise mit einer bestimmten Fluggesellschaft (oder ihren Partner-Airlines) gebunden, meistens an die Airline des jeweiligen Landes, die das nationale Flugnetz betreibt. Wer ein oder mehrere Stop-over einlegen möchte, kann sich noch nach den einschlägigen Übernachtungsprogrammen der einzelnen Airlines erkundigen. Besonders in Asien bieten sich erstaunliche Möglichkeiten.

Manchmal ist eine Nächtigung in der Drehscheibe der betreffenden Fluglinie vor dem Weiterflug sogar unbedingt notwendig. Zumeist wird diese Übernachtung von der Fluglinie bezahlt, es lohnt sich also nachzuforschen, mit welchem Carrier, an welchem Flugtag die Verbindung ans andere Ende der Welt so fällt, dass eine Nächtigung auf halbem Wege fällig wird. Im Falle einer Gratisübernachtung wird die Langstrecke nach Ozeanien oder Südamerika wesentlich erträglicher. Und eine Stadtbesichtigung fällt auch noch ab.

Was heißt billig?

Begehen Sie aber nicht den Fehler, allzusehr in Sparwut zu verfallen -je billiger das Ticket, desto größer der Haken. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen streckenspezifischen Billigtarifen (APEX-, PEX-, Super-PEX-Tickets), die auf einer Strecke festgelegt werden und für mehrere Fluglinien gelten, und reinen Airlinespezifischen Preisen. Die für gewöhnlich eher spät publizierten Airlinespezifischen Tarife sind meistens die echten Preisknüller. In allen Fällen (egal, ob PEX- oder Airline-Angebot) sind Billigtickets gewissen Restriktionen unterworfen: Stornokosten in unterschiedlicher Höhe (die Bandbreite reicht von der sofortigen Bezahlung bei Buchung ohne Recht auf Rückerstattung bis zu null Kosten).

Am gängigsten ist nach wie vor, dass ein Billigticket erst knapp vor der Reise ausgestellt und bezahlt wird, dann aber freilich keinerlei Umbuchungsmöglichkeiten mehr bestehen.

Mindestaufenthalt, maximaler Aufenthalt, Aufenthalt übers Wochenende, Vorreservieren der Sitze, Vorausbuchungsfristen, Umbuchungsmöglichkeiten - das alles ist je nach Tarif und Fluggesellschaft unterschiedlich. Wenn Sie gewisse Kriterien nicht erfüllen, etwa zu lange bleiben wollen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Ihnen Ihr Reisebüro den überall groß plakatierten Supertarif nicht anbietet.